Rhys Bowen – The Twelve Clues of Christmas

A Royal Spyness Mystery – so der Titel der Serie, ein Wortspiel auf die Heldin Lady Georgiana, die von schottisch-englischem Adel ist und irgendwo ganz weit hinten auf der Thronfolgerliste. Die Serie spielt in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts und dies ist Band 6 einer Serie. Ich frage mich allerdings, ob Georgie in den anderen Folgen auch so lahm ermittelt …

Na ja, das Buch ist nicht so richtig schlecht, deshalb stelle ich es hier vor. Oder vielleicht will ich auch nur etwas drüber schreiben, weil ich mich komplett durchgequält habe … 😉 Also, angefangen hat es sehr gut, Georgie war mir gleich sympathisch – verarmte junge Singledame ohne Job, die dazu verdammt ist, bei ihrer Familie in einer kalten schottischen Burg zu hausen. Sie ist verliebt, hat aber keine Ahnung, wo sich ihr Liebster herumtreibt, und geht davon aus, dass sie ihn niemals heiraten kann (beide arm und unterschiedlicher Konfession, was bei der Thronfolgeregelung eine Rolle spielt). Da tut sich eine Chance zur Flucht auf: Eine Dame der englischen Gesellschaft sucht über Weihnachten eine junge Assistentin, die ihr hilft, ein mehrtägiges Event zu schmeißen. Georgie sagt sofort zu und alle sind dort begeistert von ihr, weil sie ja zur könglichen Erbmasse gehört. Allerdings ist gerade ein Nachbar ums Leben gekommen, was die Stimmung etwas trübt.

In den folgenden Tagen bis Weihnachten und auch darüber hinaus kommt es jeden Tag zu einem Todesfall. Und alle sehen aus wie Unfälle! Man ist sich nicht sicher, ob es so viele tödliche Zufälle geben kann oder ob nicht doch ein Plan dahintersteht. Aber die Opfer haben keine Verbindung, es gibt keine Motive, keine Verdächtigen – absolut nichts. So ziehen die Tage ins Land, das Fest kommt und geht, und es wird fleißig weitergestorben. Georgie, die Detektivin, deren Spürsinn ich mit Spannung erwartet habe, sitzt herum und fragt sich, was los ist. Außer sich ihren schwammigen Gefühlen von drohender Gefahr zu widmen, tut sie erst mal gar nichts. Sie macht ihren Job. Bei Prozent 62 (im eBook) denkt sie sich endlich, sie sollte mal etwas unternehmen.

Sie fährt ein bisschen herum, während weiterhin die Dorfbewohner sterben wie die Fliegen und sie die Gäste ihres Hauses mit lustigen Spielchen unterhält. Schließlich kommt sie auf die Idee, wie alle Tode zusammenhängen, weil jemand etwas Harmloses sagt. Nun ist auch schon bald das Motiv gefunden und der Mörder; man muss ihn nur noch schnappen. Georgie schafft es, sich am Schluss noch in eine lebensbedrohliche Situation bringen zu lassen, was mir ziemlich dumm vorkam. Ich war so froh, als die Geschichte aus war, denn das Buch hat sich gezogen wie Kaugummi, ich habe selten etwas so Langatmiges gelesen.

Aber – und das ist Nr. 3 der Gründe, warum ich das Buch doch hier vorstelle – Weihnachten spielt eine Hauptrolle. In keinem der bisher von mir gelesenen Weihnachtskrimis ging es so sehr um das Fest der Feste wie in diesem Buch. Ich mag Georgie, wünschte nur, sie hätte nicht so teilnahmslos herumgesessen; von einer Ermittlerin erwarte ich mehr! Von der Autorin wünsche ich mir, sie hätte den Text um die Hälfte gekürzt, aber ich denke, sie wollte dem Weihnachtskram die größtmögliche Aufmerksamkeit widmen, deshalb quält man sich beim Lesen mit Georgie von einem Tag zum nächsten. Immerhin ist das eBook sehr günstig. 🙂

Der Weihnachtsfaktor
Hier kann ich endlich sagen: üppig! Wer sich für (alte) englische Weihnachtstraditionen (auf dem Land) interessiert, findet in diesem Krimi alles, was das Herz begehrt. Die Gastgeberin hat sich für die rund zehn Tage bis zwei Wochen, in denen die Gäste bei ihrer Familie weilen, alles vorgenommen, was man sich nur denken kann. Nicht mal ich kannte alles, was da so getrieben wird. In der guten alten Zeit hat man auch noch etwas mehr Wert auf geselliges Beisammensein mit Spielen, Aufführungen usw. gelegt; Rhys Bowen präsentiert das komplette Programm von vorweihnachtlichem Singen vor den Dorfbewohnern bis zu einem Hindernislauf und Feuerwerk an Neujahr. Im Anschluss ans Buch findet der geneigte Leser sogar Rezepte und anderes für eigene Oldfashioned Christmas.

 

Ah, Christmas: chestnuts roasting; Yule logs cracking merrily; tables groaning under roast goose, turkey, mince pies and flaming plum puddings; carols and mistletoe; goodwill to all men. I’m sure there were some houses in Britain where this was going to be the case, in spite of the drepression – just not at Castle Rannoch, on the bleak Scottish moors, where I was currently trapped for the winter. No, I was not snowed in or being held prisoner. I was there of my own volition. I happen to be Lady Georgiana Rannoch, sister to the current duke, and that bleak castle is my familiy home.

 

 

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